Dachzelttest.de
Die Informationsplattform für Familiendachzelte

Testbericht und Erfahrungen mit dem iKamper X-Cover


iKamper X-Cover

Kurzbeschreibung

Preiskategorie: mittel-gehoben

Preise: Dachzelt 3.299 €, Anbauzelt: 789 €

www.ikamper.de

www.campwerk.de

Gewicht: 55kg

Abmessungen: geschlossen: 190cm x 115cm x 36cm; geöffnet: 190cm x 230cm x 110cm

Damit Schlafmöglichkeiten z.B. für max. 3 Erwachsene oder 2 Erwachsene und 2 Kinder

Mit dem X-Cover Dachzelt hat die Firma iKamper ihr Portfolio an hochwertigen Dachzelten ausgebaut und damit wie schon einmal vorab verraten werden kann einen ziemlichen Volltreffer gelandet. Dies gilt jedoch leider nicht für das gesondert erhältliche Anbauzelt. Preislich ist das X-Cover signifikant günstiger als das ebenfalls von iKamper angebotene Modell ‚Skycamp 2.0‘, ohne dass man größere Abstriche machen müsste. Dies gilt sowohl für das Handling, die verwendeten Materialien wie auch für die Größe der Schlaffläche. Im Gegensatz zum Skycamp muss das X-Cover auf ein Hardtop-Cover verzichten, kann sein Dachzelt aber ebenfalls im Fahrzustand sehr schick unter einer an den Zelt-Grundplatten angebrachten Schutzhülle unterbringen.  

Im Detail

Das X-Cover ist ein echtes Design-Highlight und hat nicht umsonst einen ‚reddot award‘ für seine hübsche Ästhetik und die stimmige Farbauswahl gewonnen. Zugegeben, dies ist beim Campen nicht unbedingt das wichtigste Kriterium, aber man freut sich trotzdem über die schicke Optik. Übrigens nicht nur aufgebaut, auch im verpackten und fahrbereiten Zustand sieht das Zelt sehr ‚clean‘ auf dem Autodach aus. Die ausklappbare Bodenplatte dient hier mit ihrer Unterseite gewissermaßen als Hardcoverersatz. Sie hat sogar noch einen integrierten Dachträger der mit bis zu 30 kg belastet werden kann. Hier können also noch zusätzlich eine kleine Dachbox oder ein Paddelboot oder ein bis zwei Fahrräder mitgenommen werden. Aufs Dach kommt das X-Cover übrigens recht gut mit zwei bis drei Personen, da es gerade im Vergleich zu anderen Familiendachzelten mit einem Gewicht von rund 55kg relativ leicht ist. Trotzdem solltet ihr solch ein Gewicht nicht unterschätzen, da ihr das Zelt nicht nur anheben, sondern je nach Autogröße über den Kopf stemmen müsst. Die empfohlene maximale Reisegeschwindigkeit für das X-Cover gibt der iKamper Deutschlandvertrieb Campwerk mit 130 km/h an, womit man sehr gut leben kann, gerade im Ausland sind ohnehin keine höheren Geschwindigkeiten erlaubt. Bitte beachtet hier aber auch die vom Hersteller eures Dachträgers angegebene Höchstgeschwindigkeit, es kann z.B. sein dass dieser nur für die Geschwindigkeiten beispielsweise bis 120 km/h zugelassen ist (was auch kein Beinbruch wäre). Wenn ihr wollt könnt ihr - gerade auch hinsichtlich des Gewichts - das Dachzelt problemlos auch halb- oder sogar ganzjährig auf eurem Fahrzeug belassen. So seid ihr immer einsatzbereit wenn ihr spontan eine Nacht außerhalb schlafen möchtet. Man erkauft sich dies jedoch dann mit einigen Nachteilen, so dass man diese Variante wohl nur dann vorziehen wird, sofern man häufig im Jahr campen geht. Zum einen sinkt wie bereits erwähnt deutlich eure Höchstgeschwindigkeit, zum anderen steigt euer Spritverbrauch. Und leider steigt vor allem die Geräuschkulisse deutlich an. In der Stadt ist davon noch wenig zu bemerken, bei Landstraßentempo wird es aber bereits deutlich lauter und bei stundenlangen Autobahnetappen kann der Orkan über eurem Autodach doch recht nervig werden... Das liegt eher weniger an der nicht gerade windschlüpfrigen Form des X-Covers, sondern vor allem an der durchströmenden Luft zwischen Autodach und Dachträger. Die Situation deutlich verbessern könnt ihr übrigens in dem ihr euch den optionalen Windabweiser von iKamper zulegt. Dieser ist mit rund 170 € zwar nicht gerade günstig, schont aber Nerven und spart im Laufe der Jahre auch einiges an Spritkosten durch den besseren cw-Wert eures Gesamtfahrzeugs. Da die Lärmkulisse allerdings individuell entweder als störend, akzeptabel oder als harmlos empfunden werden und der Windabweiser auch noch nachträglich montiert werden kann, spricht wenig dagegen erst einmal ohne ihn die Laustärke zu testen, denn diese variiert je nach PKW, Dachträgersystem und Positionierung auf dem Autodach. 

iKamper X-Cover

Am Urlaubsort bzw. eurem Übernachtungsstandort angekommen geht der komplette Aufbau des Dachzeltes in rund fünf Minuten von der Hand, nach ein paar Versuchen klappt es sogar noch schneller. Ankommen, aufklappen, schlafen – dieses begehrenswerte Grundcharakteristikum von Dachzelten klappt auch bei X-Cover im Handumdrehen. Ihr öffnet dazu einfach den Reißverschluss der rings um das Dachzelt reicht, hängt die Leiter ein und klappt mit Druck und anschließendem Zug auf die Leiter das Zelt auf. Damit verdoppelt sich die Fläche die das Dachzelt bisher im zusammengeklappten Zustand auf eurem Auto eingenommen hat, da die Bodenplatte mittig gefaltet ist und beim Öffnen eine große, zusammenhängende Fläche ergibt. Jetzt kommt auch ein weiterer Vorteil der extrem stabilen Auminiumwabenplatten im wahrsten Sinne des Wortes zum Tragen: durch die hohe Stabilität benötigt ihr trotz der immensen Abmessungen nur die mittig sitzende Leiter als Stütze. Bei anderen Dachzelten mit Bodenplatten in Sandwichbauweise benötigt ihr oftmals zwei Leitern, da die Bodenplatten etwas weicher sind. Das Zelt ist nun bereits fast fertig aufgebaut. Ihr steckt nur noch die Ausstellstangen der Seitenöffnungen (inkl. des Eingangs) in die dafür vorgesehenen Öffnungen und seid fertig! An dieser Stelle allerdings noch ein wichtiger Hinweis falls ihr vorhabt auf dem zusätzlichen Gepäckträger des X-Covers noch etwas zu transportieren, der am Anfang vielleicht nicht gleich klar ist. Ihr müsst vor jedem Aufklappen des Dachzelts euer zusätzliches Transportgut auf dem X-Covers komplett entfernen. Man könnte ja evtl. meinen dass man beispielsweise eine leichte Dachbox montiert lassen könnte und diese dann im aufgeklappten Zustand des Zelts einfach kopfüber nach unten hängt und nicht weiter stört. Das ginge vermutlich auch, ihr könnt das Zelt jedoch nur ohne jegliches Transportgut öffnen, da ihr die Leiter zum wuchten benötigt und diese wird mittig zwischen den zusätzlichen Gepäckträgern angebracht. Wenn ihr das Zelt nur selten ab und aufbaut ist das kein Thema, wer allerdings jede Nacht woanders schlafen möchte wird sich ungern die Mühe machen ständig Dachbox und/oder Fahrräderträger ab- und anzubauen.

Ab nach innen

Der Aufstieg ins Zelt gelingt anschließend über eine hochwertige Leiter, die an der Bodenplatte des Zeltes eingeklipst wird. Sie ist sehr stabil ausgeführt, die Stufen sind breit und im richtigen Winkel abgeflacht, so dass ihr auch barfuß angenehm aufsteigen könnt. Innen angekommen erwartet euch ein King-Size-Bett mit Abmessungen der Schlafebene von 190 x 230cm, somit kann man als Elternpaar mit zwei kleineren Kindern wunderbar verreisen. Wenn die Eltern dabei nicht allzu groß sind ist es sogar möglich die Länge von 2,30m zur Schlafbreite zu machen und mit 1,90m Bettlänge auszukommen. Dann genießt man als campingerprobte Familie geradezu fürstliche Platzverhältnisse. Die Matratze ist angenehm dick und bietet ausreichend Komfort für einen geruhsamen Schlaf nach einem langen Tag in der Natur. Die Einschätzung des Liegekomforts einer Matratze ist aber natürlich immer etwas Individuelles, für die einen ist sie genau richtig, für andere etwas zu hart. Im letzteren Fall gibt es zum Glück eine Lösung, in dem man sich eine 2cm starken Topper (siehe 'Sinnvolles Zubehör'), also eine Matratzenauflage besorgt. Diese macht das Liegegefühl trotz gerade einmal 2cm Aufbauhöhe deutlich weicher. Viel mehr könnt ihr im X-Cover an Dicke auch nicht unterbringen, da ihr euch auf jeden Fall noch ein Lüftungsgewebe zulegen solltet: wie auch bei anderen Dachzelten empfiehlt es sich eine grobmaschige Mesh-Unterlage (siehe ebenfalls unsere Seite mit 'Sinnvollem Zubehör') unter der Matratze anzubringen. An der Unterseite der Matratze setzt sich ansonsten Kondenswasser ab, das ohne passende Hinterlüftung nicht mehr entweichen kann. Das Mesh hat die angenehme Zusatzeigenschaft dass es die Matratze nochmals weiter federt. Etwas unangenehm: die Matratzenoberfläche gerade auch ohne Meshunterlage lädt sich an der Kleidung auf, ihr solltet also auf jeden Fall einen entsprechenden Baumwollüberzug über die Matratze ziehen. In der Kombination Meshunterlage, Matratze, Topper und Baumwollüberzug solltet ihr dann aber fürstlich schlafen können. Der Aufbau passt dann gerade noch zusammengeklappt aufeinander, so dass ihr den Reißverschluss ohne übermäßigen Zug zusammensurren könnt. Bettzeug muss dann allerdings ins Auto oder in eine Dachbox wandern, die ihr aufs X-Cover packen könnt. Ohne Topper könnt ihr ansonsten dünne Schlafsäcke auch noch zusammengeklappt im Zelt belassen.

iKamper X-Cover


Wenn ihr im X-Cover nicht gerade schlaft könnt ihr euch über gleich sechs Fenster freuen (zwei im Dachhimmel, vier seitlich), die euch einen fantastischen Blick auf die Umgebung und den Sternenhimmel bieten. Es steht also nichts mehr im Wege nachts die Sterne oder morgens die aufgehende Sonne zu beobachten, egal in welchem Winkel euer Fahrzeug gerade zu ihr steht. Die Seitenfenster können je nach Bedürfnis geschlossen mit dem Zeltstoff, ebenfalls geschlossen aber durchsichtig mit dem Kunststofffenster, insektengeschlossen aber offenporig mit dem Moskitonetz oder aber auch komplett geöffnet benutzt werden und sind somit gerade im Verbund enorm vielseitig einsetzbar. Gerade auch zur Lüftung an heißen Tagen oder zum Trocknen evtl. anfallender Kondensfeuchtigkeit wird man dies zu schätzen wissen. Die Dachfenster können bei Bedarf natürlich auch blickdicht verschlossen werden. Und, im Gegensatz zum Skycamp hat das X-Cover serienmäßig eingenähte Taschen an den Seiten, in den ihr allerlei kleinere Utensilien wie Smartphones etc. unterbekommt. Im Skycamp müssen solche Taschen separat dazu erworben werden.

Guter Stoff

Der Hauptzeltstoff besteht aus Canvas, einem Baumwollmischgewebe mit Polyesteranteil, was das Zelt schon einmal sehr witterungsresistent macht. Zusätzlich ist jedoch nochmals ein Kunststoff-Regencover über dem Zelt angebracht, das dem Zelt auf eine Regensäule von über 9.000mm verhilft. Das Regencover kann übrigens am Zelt montiert bleiben, es klappt sich mit dem Rest zusammen und muss nicht jedes Mal separat angebracht werden. Ihr müsst jedoch die Leiter ausklipsen und zusammengeschoben im Kofferraum unterbringen, wo sie glücklicherweise nur sehr wenig Stauraum benötigt. Was uns noch aufgefallen ist und was Gegenstand der Beobachtung längerer Benutzung sein wird: das X-Cover hat im Fahrzustand wie bereits erwähnt keinen separaten Überzug für das Zelt sondern wird über die am Zeltboden angeschweißte Hülle per Reißverschluss verschlossen. Es wird also interessant sein zu sehen wie gut sich der Reißverschluss auch noch nach Jahren der Benutzung wird schließen lassen. Er wirkt sehr hochwertig, so dass man hoffentlich auch nach Ablauf der Garantie keine Expander brauchen wird um das Zelt in Form zu halten. Und der zweite Gedanke hierzu - ohne Überzug muss man darauf vertrauen dass die Schweißnähte an der Bodenplatte auch wirklich dicht bleiben, ansonsten würde irgendwann Wasser während der Fahrt ins Zelt laufen. Nicht falsch verstehen, es wirkt alles hochwertig, aber dies sind potenzielle Schwachpunkte auf lange Sicht.

Mehr geht immer

Ikamper bietet für das X-Cover ähnlich wie für das Skycamp eine ordentliche Anzahl an Zusatzoptionen an. Sinnvoll kann z.B. ein integrierter Diebstahlschutz sein, es soll schon Dachzelte gegeben haben die Laufen gelernt haben während ihre Besitzer auf einer Wanderung waren… Dies ist sicherlich ein sehr seltenes Ereignis, wer sich jedoch unbehaglich fühlt kann sich den Kauf einer solchen Sicherung überlegen. iKamper lässt sich diese zwei sehr simplen Schlösser allerdings mit rund 150 € fürstlich vergüten. Ebenfalls gut bezahlen lässt sich iKamper den sogenannten ‚Schuhorganizer‘, den man außen unter der Bodenplatte an selbige klipst und somit seine Schuhe relativ geschützt vor dem Zelt aufbewahren kann. Rund 90 € sind aber eine happige Ansage, der Zubehörhandel bietet dies z.T. für die Hälfte an, siehe Rubrik 'Sinnvolles Zubehör'. Zur Not könnt ihr auch einfach eine Tüte z.B. mit einem Expander an den Ösen der Bodenplatte an- und dort euer Schuhwerk unterbringen. Das ist hinsichtlich Optik, Schmutz und Lüftung zwar sicherlich nicht gerade die erste Wahl, aber möglich.

iKamper X-Cover


Markise (Tarp) und Anbauzelt

Kommen wir zu den vielleicht wichtigsten beiden Teilen des Zubehörprogramms, dem Tarp und dem Anbauzelt. Da beide quasi identisch mit dem für das Skycamp sind, gilt auch für das X-Cover: es gibt prinzipiell zwei Varianten um das Dachzelt zu komplettieren und damit das Gesamtensemble auch tagsüber regen- und sonnengeschützt bewohnbar zu machen: entweder entscheidet man sich für das Tarp oder aber für das komplette Anbauzelt. Das Tarp bzw. die Markise wird dabei über einen Reißverschluss an das Dachzelt angeschlossen und überspannt mit zwei bis sechs zusätzlichen Stangen eine riesige Fläche, so dass ihr darunter z.B. euren Ess- und Wohnbereich aufbauen könnt. Wenn ihr gute Outdoorklamotten habt oder aber in einer milden und warmen Region Urlaub macht, kann das Tarp bzw. die Markise eine wirklich tolle Erweiterung darstellen und vollkommen für den Urlaub ausreichen. Für uns ist das Tarp deswegen eine Kaufempfehlung.

Da sich dieses Segel naturgemäß jedoch nicht schließen lässt, kommt diese Wohnvariante nicht in allen klimatischen Regionen in Frage. Für den Einsatzzweck in raueren Gefilden erscheint deswegen auf den ersten Blick das recht happig teure Anbauzelt für 789 € besser geeignet, da es sich auch seitlich schließen lässt. Leider ist dieses jedoch nicht wirklich komplett ausgereift und hat ein paar größere Nachteile, wie wir feststellen mussten. Doch zuerst einmal zum Aufbau und zu den positiven Aspekten: Nachdem ihr das Anbauzelt aus der Hülle genommen habt könnt ihr es an das X-Cover über den Reißverschluss recht zügig anschließen.  Danach stellt ihr die zwei mitgelieferten Stellstangen an der dem Auto gegenüberliegenden Seite auf und führt diese in die am Zeltstoff vorgesehen Ösen ein. Anschließend spannt ihr das Zelt außen ab und richtet es damit auch stabil aus. Danach noch die Heringe einschlagen und am rückwärtigen Bereich zum Auto hin einhängen, dann ist euer Annex-Room, euer iKamper Anbauzelt, einsatzbereit. Das Ganze dauert ca. 15 Minuten, am Anfang ein wenig länger bis ihr Übung in der Materie habt und alle Handgriffe richtig sitzen. Ihr kommt nun trockenen Fußes in und aus dem Skycamp in euer Vorzelt. Das Anbauzelt passt dabei in seiner Farb- und Formgebung wunderbar zum X-Cover und sieht genauso wie das Tarp wirklich toll aus! Vor allem wenn man sich die Zusatzstangen zum Ausstellen aller drei Eingänge gönnt erhält man ein wunderschönes Bild im Verbund mit dem Dachzelt. Das Geld für diese Zusatzstangen könnt ihr euch aber auch sparen, außer ihr habt wirklich den Bedarf nach noch mehr überdachter Außenfläche. Bedenkt auch dass ihr bei Regen zum Schließen immer auch wieder die Stangen abbauen müsst. Warum ihr nicht einfach die Plastikfenster zumachen könnt? Dazu später mehr... Mit dem aufgestellten Stangen reduziert ihr übrigens auch ein wenig die mögliche Spielfläche von Kindern rund um das Zelt, weil dann schon recht viele Schnüre gespannt werden müssen um alles stabil zu halten. Die drei Eingänge sind erfreulicherweise sehr üppig bemessen, so dass man im geöffneten Zustand zusammen mit der wirklich riesigen Grundfläche ein wunderbar luftiges Raumgefühl erhält. Bedenkt jedoch dass ihr nicht auf jeden Stellplatz dermaßen viel Fläche in Beschlag nehmen könnt. Trotz der aufgebauten Leiter bleibt im Innenraum jede Menge Platz für Küche, Essbereich und vielleicht sogar ein aufblasbares Sofa. Dieses Platzangebot bieten nur die wenigsten Anbauzelte anderer Dachzelthersteller. Soweit, so gut, jedoch hat das Anbauzelt auch ein paar Schwachstellen. Da wäre als erstes die fehlende Bodenplane. Leider hat iKamper auf solch einen Bodenschutz verzichtet, so dass ihr abgesehen von kleineren Tieren auch das Problem habt dass euer ganzer Wohnbereich spätestens bei Regen durchweicht. Hier empfiehlt es sich z.B. eine passende Bodenplane selbst zu besorgen und auszulegen. Im Zubehörhandel finden sich recht clevere Lösungen mit aufblasbarem Rand um zuverlässig einen Wasserzufluss zu verhindern (wie z.B. diese hier bei amazon). Natürlich wird es aber auch damit nicht am Rand dicht gegen das Eindringen von Insekten. Ein nachträgliches Einbringen einer Folie mittels Klettbändern ist sicherlich auch möglich, aufgrund der Geometrie des Zeltes aber eine größeres Unterfangen, das nie zu 100% perfekt sein wird. Gespart hat man übrigens nicht nur bei der Bodenplane sondern auch beim Material ans sich, im Gegensatz zum Dachzelt muss das Anbauzelt rein mit Polyester auskommen. Dies ist aber auch nachvollziehbar, da ansonsten Gewicht und Preis des Anbauzelts enorm zugenommen hätten. 

Haltlos

Ein weiterer Nachteil des Anbauzeltes ist seine Instabilität ohne das Vorhandensein des Dachzeltes. Wie leider auch bei vielen anderen Anbauzelten sackt das Zelt in sich zusammen, sobald ihr es vom X-Cover trennt. Ihr werdet es euch also zwei oder sogar dreimal überlegen ob ihr mit eurem Auto einkaufen oder zu einem Ausflug fahrt. Letztlich mündet dies dann umgekehrt auch oftmals darin dass man sich den Aufbau des Anbauzeltes spart, was auch nicht im Sinne des Erfinders sein kann. Euren Wohnraum jedes Mal neu aufbauen zu müssen kann sehr lästig werden.

Und damit kommen wir vielleicht zum gravierendsten Mangel dieses Vorzeltes: es hat zwar große Öffnungen zu allen Seiten, jedoch keine Kunststofffenster! Ihr habt also nur die Möglichkeit entweder die Eingänge offen stehen zu lassen oder sie mit dem Moskitonetz bzw. mit den Stoffblenden komplett zu schließen. Dann sitzt ihr innen aber im Dunkeln… Auch wenn es nie richtig komplett dunkel ist, so ist es bei widrigem Wetter doch unbehaglich düster und vor allem fehlt jeglicher Bezug bei Regen oder bei kälterer Witterung nach außen. Campen in der Natur ohne sie zu sehen macht wenig Sinn. Es ist unverständlich warum auf die Fenster verzichtet wurde, Fakt ist aber dass das Anbauzelt gerade in regenreichen Regionen wie z.B. in Skandinavien damit als Wohnzelt so gut wie unbrauchbar ist. Da auch auf eine Art Vordach verzichtet wurde läuft euch übrigens bei Regen jedes Mal ein Schwall Wasser ins Zelt, sobald ihr einen der Eingänge öffnet.

Wir raten euch deswegen euch nach Wohnzelt-Alternativen umzuschauen, eine Anregung haben wir euch unter 'Sinnvolles Zubehör' aufgeführt. 

iKamper Skycamp 2.0


Unser Fazit

Das X-Cover ist ein tolles Dachzelt und bekommt deswegen eine klare Kaufempfehlung von uns. Beim Zubehör kann man sich auch nach externen Alternativen umschauen, auch wenn diese dann optisch evtl. nicht immer perfekt dazu passen. 


UPDATE: Wie schlägt sich das X-Cover im Langzeittest? Verfolgt dazu unseren Dachzeltblog!